Silent Snow, die unsichtbare Vergiftung der Welt

 

Die Weiten der Arktis sind ein herausragendes Beispiel für die unberührte Schönheit der Natur: Ein endloses Nichts, in dem nur wenige Lebewesen zu überleben wissen. Die Inuit haben sich an diese Umgebung angepasst. Aber ein lautloser Mörder zerstört ihre Gemeinschaft: Aus der gesamten Welt reichern sich hier, unbemerkt und unsichtbar, Rückstände von äußerst gefährlichen Chemikalien an und vergiften allmählich Menschen und Tiere. Sie reichern sich im Schnee an, in den Tieren -  und letztendlich auch in den Menschen. Meeresströmungen und der Wind bringen Pestizide wie DDT nach Norden in das Land der Inuit. Die Folgen sind Krankheiten und eine niedrige Lebenserwartung.

 

Zum Trailer:

 

Das Projekt Silent Snow untersucht die schleichende aber stetig voranschreitende Vergiftung des weltweiten Ökosystems. Gemeinsam mit denjenigen Menschen, am meisten unter den Giften leiden, machen sich die Autoren auf die Suche nach Ursachen und Verursachern.

 

Ziel des Projektes ist es, Aufmerksamkeit für die Umweltverschmutzung zu erregen, die durch nur sehr langsam abbaubare Schadstoffe verursacht wird. Diese sind besonders gefährlich, da ihre Auswirkungen teilweise erst mit großer Verzögerung offensichtlich werden. Ein Rückschluss auf die genauen Ursachen ist dadurch meist unmöglich.

Das besteht aus mehreren Teilen: Zunächst aus einem Kurzfilm und einem längeren Dokumentarfilm, beide vom niederländischen Regisseur Jan van den Berg. Hinzu kommt Arbeitsmaterial für Schulen sowie diese Webseite. Der Kurzfilm bietet einen Einstieg in die Thematik. Es wird gezeigt, wie zwei junge Mädchen auf Grönland mit der Verschmutzung ihres Lebensraumes konfrontiert werden.

 

Der lange Dokumentarfilm setzt dort an, wo der Kurzfilm endet. Auf einer Reise um die gesamte Welt suchen die Autoren nach Ursachen für diese unbemerkte Katastrophe. In den vermeintlich intakten Weiten der Arktis bricht eine Gruppe erfahrener Inuit zu einer gefährlichen Expedition auf: Mit Hundeschlitten reisen sie durch das unwegbare Gelände. Aber während die Klimaerwärmung und das Verschwinden der Eisberge Probleme sind, die die Menschen unmittelbar miterleben, bleibt die Vergiftung ihres Lebensraumes eine sehr abstrakte Gefahr.

 

Verknüpft mit der Polarexpedition ist eine weitere Geschichte: Silent Snow begleitet eine junge Grönländerin (Pipaluk Knudsen-Ostermann) auf ihrer Reise um den Globus. Sie sucht nach den Ursachen der Vergiftung, die klammheimlich ihr Volk tötet.

 

Auf drei Kontinenten begegnet sie den Menschen, die hinter der Vergiftung stehen und erfährt von deren Schicksalen: Beispielsweise in Afrika, wo einige Menschen nach Alternativen zu DDT suchen. Allerdings sind die grauen Giftschwaden eine preiswerte Möglichkeit, Millionen von Menschenleben zu retten, da sie wiederum Malaria vorbeugen. Ein klassisches Dilemma. Doch die fatalen, langfristigen Auswirkungen des von DDT auf die Gesundheit werden still und leise verschwiegen. Die Inuit selbst würden die Veränderungen lieber leugnen. Doch Pipaluk Knudsen-Ostermann hat es sich zu ihrer Aufgabe gemacht sie zu überzeugen, dass das Risiko äußerst real ist. Die Gesundheit der Teilnehmer der Expedition hängt unmittelbar vom Zustand ihrer Umwelt. Doch im Verlauf des Films wird zunehmend deutlich, dass es nicht nur ihre Leben sind, die im fragilen Zusammenleben von Natur und Menschheit in Gefahr sind.

 

Pipaluk Knudsen-Ostermann: “Unser Leben wird von gefährlichen Pestiziden bedroht. Sie gelangen durch Meeresströmungen und Winde in den hohen Norden und haben schlimme Auswirkungen auf die Leben der Menschen: Sie verursachen mannigfaltige Arten von Krebs sowie Unfruchtbarkeit. Ich bin eine junge Frau, die in der Zukunft gerne ein Kind haben möchte. Darum bin ich besonders besorgt ob der Gefahr und wollte diesen Film drehen, um nach Antworten und Auswegen zu suchen. Die Reisen, die ich im Rahmen des Projektes unternahm, haben mir meine Augen in vielerlei Hinsicht geöffnet. Ich habe zahlreiche interessante und tapfere Menschen getroffen, die mich herzlich empfingen und mir von ihren Lebensgeschichten erzählten. Die Leben dieser Menschen werden von vielen Gefahren bedroht; manche davon werden unmittelbar durch ihre Mitmenschen selbst verursacht, die die Gifte produzieren oder verwenden. Aber sie kämpfen und geben nicht auf – ihr Ziel ist ein besseres und gesunderes Leben. Wir alle sind von dieser Verschmutzung unmittelbar betroffen, aber wir können auch tatsächlich etwas dagegen tun.”

 

Jan van den Berg über Silent Snow: “Der Kontrast zwischen der atemberaubenden und vermeintlich unberührten weißen Landschaft und ihrer stetigen aber unsichtbaren Zerstörung durch Entwicklungen, die in anderen Teilen der Welt ihren Ursprung haben ist der Kern der Tragödie, die ich einfangen wollte. Zusammen mit Pipaluk wollte ich nach Gründen für die Umweltverschmutzung suchen. Zugleich wollten wir die Perspektive der verschiedenen Menschen verstehen, die daran beteiligt sind: Der Opfer und derjenigen, die versuchen für Lösungen zu kämpfen - aber auch der Verursacher.“

 

Aufführungen

Die Weltpremiere des Dokumentarfilms fand im Februar 2011 im Rahmen einer Konferenz statt, die die UNEP in Nairobi organisiert hatte. Die Europapremiere war am 21. März 2011 in Den Haag im Rahmen des “Movies that Matter Festivals”, der Film wurde dort am 30. März 2011 erneut gezeigt. Um mehr Termine zu erfahren, klicken Sie bitte hier.

 










Website by Ragfijn Webservice